Ball Chair - Eero Aarnio Originals

Ball Chair,
5.444€

Der Ball Chair wurde 1963 entworfen und debütierte 1966 auf der Möbelmesse Köln. Dieser Sessel ist einer der berühmtesten und beliebtesten finnischen Designklassikern, und war der internationale Durchbruch Eero Aarnios. Der Ball Chair ist in den Sammlungen von Designmuseen auf der ganzen Welt zu finden und erschien in verschiedenen Filmen, Musikvideos und Magazinen. Das Innere war ursprünglich schwarz.

Der Ball Chair ist aus Fiberglas gefertigt und mit Kvadrats hochwertigen Stoffen Tonus und Hallingdal bezogen. Es gibt 15 Farboptionen zur Auswahl.

Gerne stellen wir Ihnen Stoffmuster zur Verfügung, mit denen Sie die perfekte Farbe für Ihren Ball Chair bestimmen können. Sie finden unsere Kontaktinformationen hier.

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Produktdetails

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Die Geschichte des Ball Chairs


Als Eero Aarnio Anfang der 1960er Jahre seine Laufbahn als Freelancer begann, war er ein unbekannter Designer, der davon träumte, ein Möbelstück zu entwerfen, das den Menschen im Gedächtnis bleiben würde. Er war seit jeher fasziniert von Segelbooten und hatte sich mit dem neuen Material Fiberglas vertraut gemacht. Er fragte sich, ob man dieses Material außerhalb der Bootsindustrie nutzen könne. Konnte er Möbel aus Glasfasern entwerfen?

Eero wusste, dass die beste Form für formbares Plastik die Wölbung ist. Eine geschlossene Kugel hielt fast allem stand. Er hatte die praktischste Form für das neue Material gefunden, mit dem er arbeitete. Zudem brauchten die Aarnios einen Sessel, der groß genug für die ganze Familie war und in dem er und seine Frau Pirkko mit den beiden Töchtern gemeinsam sitzen konnten. Obwohl Funktionalität immer sein primäres Ziel war, ist Eero Aarnio kein gewöhnlicher Designer. Zu seiner Frau sagte er: „Ich werde einen Sessel schaffen, an dem die Leute nicht einfach vorbeilaufen, wenn er im Schaufenster steht.” Er liebte es, zu provozieren, Aufsehen zu erregen.


 

Die Originalskizze des Ball Chairs entstand am 11. Januar 1963. Eero wusste sofort, dass er zunächst einen Prototyp anfertigen musste. Pirkkos Vater war Lehrer an einer Schule in Salo, wo Eero mit Pirkkos Bruder die Abende ud Wochenenden im Handwerksraum verbrachte und die allererste Schale des Ball Chairs entwickelte. Als die Gussform zum ersten Mal entfernt wurde, erwies sich die äußere Oberfläche als schön, doch die Innenseite war uneben und rau. Sie musste verstärkt werden. Zunächst wurden weitere Fiberglasschichten aufgetragen. Tatsächlich wurde die Schale stärker, doch Eero erkannte, dass das Gewicht und die Kosten entsprechend steigen würden. Als er sich mit dem Problem auseinandersetzte, ging ihm ein Licht auf. Unmittelbar hinter der Öffnung der Schale konnte er ein rundes Rohr anbringen und es mit Fiberglas laminieren. Die Schale wurde hart wie Stein und konnte nun von dem talentierten Polsterer Kataja in Haaga gepolstert werden. Bald darauf stand der erste Prototyp des Ball Chairs in der Wohnung der Aarnios, er hat auch heute seinen Platz im gegenwärtigen Zuhause der Familie in Veikkola.

Der erste potenzielle Kunde für den Ball Chair war die Möbelhandlung Sopenkorpi in Lahti. Eero zeigte dort in der Fabrik seine Zeichnungen und berichtete von dem Prototyp, den er angefertigt hatte. Der Ball Chair wurde nach Helsinki gebracht, wo er im Geschäft am Kasarmitori stand. Der zuständige Vertreter besichtigte ihn, doch letzten Endes war die Firma nicht interessiert.

Eero Aarnio ließ sich nicht so leicht entmutigen. 1964 hatte er eine grandiose Idee für das Marketing von Coca-Cola. Er malte die gesamte Schale des Ball Chairs rot an und klebte das vergrößerte Coca-Cola-Logo auf die Rückseite. Nachdem er das Schlafzimmer leergeräumt hatte, kaufte er ein riesiges weißes Brett, in dessen Mitte er den Ball Chair platzierte. Er bat Pirkko, sich ganz in Schwarz in den Sessel zu setzen und mit einem Strohhalm Coca-Cola zu trinken. Eero machte eine Serie von Fotos und rief den Vertreter von Coca-Cola in Finnland an, um sich zu erkundigen, ob Interesse an einer Zusammenarbeit bestand. Als der Vertreter das Konzept der Coca-Cola-Sessel sah, war er begeistert und wollte es an die Hauptgeschäftsstelle senden. Eero war voller Vorfreude; seine Karriere als Freelancer würde bald in Gang kommen. Doch es stand noch nicht in den Sternen geschrieben. Nach einigen Monaten Wartezeit erhielt er einen recht unfreundlichen Brief von der Hauptgeschäftsstelle, in dem es hieß, man habe andere Pläne für das Marketing.


 

Eero glaubte immer noch fest an den Ball Chair. Er hatte auch ein Regalsystem aus Kiefer entworfen, das ihn an seinen früheren Arbeitgeber Asko erinnerte. Als er sich damit an Asko wandte, verfolgte er eine zweite Absicht: dem Vertreter von Asko im Herbst 1965 die Idee des Ball Chairs ans Herz zu legen. Der Vertreter erschien mit dem neuen Marketingleiter Tapani Riekkinen, und beide waren sofort begeistert vom Ball Chair. Sie wollten das neue, innovative Teil auf der Möbelmesse in Köln präsentieren. Die anderen Manager waren vom Erfolg der seltsamen Form weniger überzeugt, doch dank der Bemühungen des Marketingchefs und Eero Aarnios konnten sechs Exemplare für die Messe hergestellt werden. Alle Fotografien machte Eero selbst. Hinter den sechs Ball Chairs wurde ein riesiger Text angebracht, „Große Dinge kommen von Asko”, und der Messestand erregte sofort Aufmerksamkeit.

Der Ball Chair erlebte sein Debüt auf der internationalen Möbel- und Einrichtungsmesse in Köln 1966, und die ersten Besucher am Stand waren zwei Italiener, die vom Fleck weg sechs Ball Chairs bestellten. Während der Messe wurde das neue It-Produkt innerhalb einer Woche in dreißig Länder verkauft. Der erste Bericht in der finnischen Zeitung Helsingin Sanomat konstatierte am 25.11.1966: „Der spektakulärste Sessel der Welt wird auf der internationalen Möbel- und Einrichtungsmesse in Köln gezeigt. Dieser eiförmige Sessel schirmt den Benutzer fast völlig von Blicken ab und ist zudem schallgedämmt.” Eero notierte handschriftlich am Rand des Zeitungsausschnittes: So fing alles an! Bald darauf wurde der Ball Chair in der New York Times erwähnt, weitere Medien folgten. Innerhalb weniger Jahre erreichte der Ball Chair internationale Berühmtheit, und Jahrzehnte später findet man ihn in den Sammlungen von Designmuseen rund um die Welt sowie in zahlreichen Filmen, Musikvideos und auf den Titelseiten von Illustrierten.

Auch wenn Eero Aarnio für das Design und die Ästhetik der Raumfahrtepoche gepriesen wurde, war es ihm beim Entwurf des Ball Chairs nicht um Futurismus gegangen. Es war reiner Zufall, dass der Ball Chair um die gleiche Zeit geschaffen wurde, als Juri Gagarin als erster Mensch in das Weltall vordrang. Reflexionen über die kulturellen Themen jener Zeit sind für den Designer bis heute irrelevant. Bis zum heutigen Tag ist sein Favorit unter den Ball Chairs die Version mit weißer Schale und schwarzem Polster. Er unterstreicht das Gefühl der farbgesättigten Nähte, das sich wie eine magische Substanz im Sessel ausbreitet. Wenn man im Sessel sitzt, befindet man sich in seiner eigenen inneren Gedankenwelt, in einem Kokon, der vor dem Lärm außerhalb schützt. Futuristisch? Vielleicht. Ikonisch? Unbedingt.


 
 
“...and since I tend to simplify things,
I removed all the corners”

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